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Die SOT Technik nach Dr. DeJarnette

Wer war Dr. Major Bertrand DeJarnette?

Dr. Major Betrand DeJarnette (1899 – 1992) war ein amerikanischer Osteopath und Chiropraktiker, der in den 1920er Jahren die sogenannte Sacro-Occipital-Technik (SOT) entwickelt hat. Es handelt sich um ein Diagnosesystem aus der Chiropraktik, das Beckenläsionen (lat. laesio = Verletzung) in drei Kategorien einteilt:

KAT 1
KAT 2
KAT 3

Die Kategorien KAT 1 – 3

KAT 1

Die Kategorie 1 im SOT System beschreibt die Beckenverwringung, d.h. ein Ilium (Darmbeinschaufel) ist nach anterior (vorne) verschoben, das andere Ilium ist nach hinten (posterior) verschoben.
Über die Spannungen in den Muskulaturen kommt es zu Störungen im System der Hirnhäute und im Fluss des Liquor (Hirnflüssigkeit). In diesem Stadium gibt es noch keine Störung des Ilio-Sacral-Gelenkes (Kreuzbein-Darmbeim-Gelenk) oder abgekürzt ISG.

Bei Patienten fällt bei der Untersuchung ein Schwanken von vorne nach hinten auf, der sogenannte A-P sway (A= anterior/vorne, B= posterior/hinten).

KAT 2

Bei der Kategorie 2 im SOT-System handelt es sich bereits um eine knöcherne Störung des Ilio-Sacral-Gelenkes mit Beteiligung des entsprechenden Bandapparates. Die KAT 2 kann sich aus einer unbehandelten KAT 1 entwickeln.

Bei der Untersuchung des Patienten findet sich eine Beinlängendifferenz und ein Schwanken zur Seite. Durch das instabile ISG-Gelenk werden die Ligamente (Bänder) des ISG stark belastet, es kann zu Mikrotraumen und Rissen kommen.

Die entsprechenden Muskeln müssen dies ausgleichen, es entstehend Dysbalancen im ganzen Körper, die Patienten berichten vor allem über Rückenschmerzen.

KAT 3

Die Kategorie 3 kann sich aus einer unbehandelten Kategorie 2 entwickeln. Das instabile Ilio-Sacral-Gelenk kann die Belastung nicht mehr kompensieren, die Störung wird an die nächsten Strukturen weitergereicht.

Das Gelenk zwischen dem 5. Lendenwirbel (L5) und dem Os sacrum (Kreuzbein) bezeichnet man als Lumbosacralgelenk. In diesem Fall ist das Lumbosacral-Gelenk betroffen, dessen Bandscheiben und eine bestimmte Faserverbindung bzw. ein Band zwischen 5. Lendenwirbel und Ilium, das sogenannte Ligamentum Iliolumbale.

Besonders betroffene Muskulaturen bei KAT 3 – Mm. psoas und piriformis

Der Psoas- und der Piriformis-Muskel sind bei der KAT 3 besonders betroffen. Vor allem der Piriformis-Muskel kann den Ischiasnerv reizen (lesen Sie dazu meinen Post vom 15.09.2020) Peggy – bitte link zum Pirifomis Artikel einfügen).

Der Psoas Muskel hat seinen Ursprung an den Wirbelkörpern des 12. Brustwirbels bis hin zum 5. Lendenwirbel und zieht zu einem Knochenvorspung des Trochanter minor femoris (Oberschenkelhals). Seine Aufgabe ist die Flexion (Beugebewegung) und die seitliche Adduktion (Heranführung/Anlegung) des Oberschenkels.

Die KAT 3 ist mit großer Vorsicht zu behandeln, da es sich hier bereits um einen Bandscheibenvorfall handeln kann. Da der Psoas Muskel mit Fasern in die Bandscheiben des 5. Lendenwirbels einstrahlt, kann sich die Problematik evtl. verschlimmern, wenn der Muskel anspannt.

Symptome bei KAT 3

Die Symptome können u.a. Schmerzen im Lendenwirbelbereich mit Ausstrahlung ins Bein sein, eine Schonhaltung wird ebenfalls beobachtet. Schlimmstenfalls kommt es zum sog. ‚Cauda equina‘ Syndrom mit Störungen der Defäkations- (Stuhlentleerungsstörung) und Miktionsstörung (Blasenentleerungsstörung).

Das Cauda-Equina Syndrom ist ein Querschnittssyndrom mit Nervenschädigung und stellt einen Notfall dar, der eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus und Operation nötig macht.

Behandlung der KAT 3

Liegen keine Kontraindikationen wie weiter oben beschrieben vor und sind alle Sicherheitstest negativ, kann mit der Behandlung begonnen werden. Bei der Behandlung kommen die Keile und ggfs. ein Unterlegbrett zum Einsatz: die großen Keile werden in bestimmte Richtungen z.B. unter das Ilium und/oder die oberen/unteren Extremitäten gelegt. Den kleinen Sacrumkleil (Sacrum = Kreuzbein) kennen meine Patienten schon, er wird z.B. unter das Sacrum gelegt, entsprechend der untersuchten Beckendysfunktion.

Die-SOT-Technik-nach-Dr.-DeJarnette-DeJarnette-Keile

Kinesiologisch/neurologische Muskeltests

Im weiteren Behandlungsverlauf arbeite ich mit kinesiologischen / neurologischen Muskeltests um Muskulaturen so eingestellen dass sie ’normoton‘ reagieren. Das bedeutet laut Definition:

Der Muskelkomplex kann während des definierten Muskeltestvorgangs der Kraft widerstehen, die der Untersucher ausübt und kann während des Tests die Testposition beibehalten. Der Muskelkomplex wird ’normoreaktiv‘ genannt, wenn […] durch eine der folgenden Massnahmen inhibiert (funkionell geschwächt) werden kann und damit eine Bewegung im Gelenk auftritt.

Zur funktionellen Schwächung des Muskels kann entweder die Stimulierung des zuordneten Akupunktur-Punktes oder aber die manuelle Verkürzung des Muskelbauches (Spindeln) gewählt werden.

Der Muskeltest mittels normoreaktivem Muskel wird in der osteopathischen Behandlung als Hilfe zur Diagnosestellung sowie zur Findung von Stress-Spitzen im Körper verwendet.

Möchten Sie mehr zum Thema Kinesiologie erfahren? In einem späteren Artikel erfahren Sie mehr darüber.

Haben Sie Fragen oder Erfahrungen mit dem Thema SOT nach Dejarnette? Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen.

Sie möchten mehr über meine Praxis wissen? Dann schauen Sie doch bei meinem Praxisangebot vorbei.

Bleiben Sie gesund!

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