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Was ist eigentlich Gesundheit?

Das Wort Gesundheit ist aus unserem Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. Auch in unserem Alltag dreht sich vieles um dieses Thema. Grund genug, dem Begriff auf den Grund zu gehen und zu Fragen: Gesundheit, was ist das eigentlich?

Das Wort Gesundheit kommt aus dem lateinischen und kann als Gegenbegriff zur Krankheit oder Ungesundheit verstanden werden. Der Ausdruck Gesundheit beschreibt somit den gewünschten „Normal“-Zustand also die Abwesenheit von Krankheit.

Suchen Sie nach dem Begriff Gesundheit im Internet, finden sich unterschiedliche Definitionen. Einige davon, möchte ich Ihnen nachfolgend Vorstellen.

Laut Wikipedia handelt es sich bei Gesundheit um einen kulturellen und historisch vielschichtigen Begriff, der je nach wissenschaftlicher Disziplin unterschiedlich verstanden werden kann. Auch der subjektive Gesundheitsbegriff variiert laut Wikipedia stark. So ist er z. B. abhängig von Alter, Geschlecht, Bildungen und kulturellem Hintergrund.

Gesundheit aus der naturwissenschaftlichen Sicht

Gesundheit aus der naturwissenschaftlichen Sicht beschreibt den Begriff nach dem biomedizinischen Modell. Das heißt, ihm steht ein ganzheitlicher Begriff von Gesundheit gegenüber.

Bezogen auf den einzelnen Menschen bezieht sich Gesundheit immer auf den Zustand seines körperlichen und geistigen Wohlbefindens oder auf seine physischen und psychischen Funktions- und Leistungsfähigkeiten.

Parallel dazu steht der Begriff in Bezug auf eine Population für ein möglichst geringes Ausmaß an Krankheitslast.

Definition nach der Weltgesundheitsorganisation

Die WHO definiert den Begriff Gesundheit nicht nur als das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen, sondern auch als einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Weiterhin sieht sie Gesundheit auch als eins der menschlichen Grundrechte. Das Zitat

“Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.”

bildetet mit seinem Ansatz zur Gesundheitsförderung, die Grundlage für die 1986 formulierte Ottawa-Charta der WHO.

Der Begriff Gesundheit nach Friedrich Nietzsche

Gesundheit war nicht gerade eine Stärke des Philosophen Friedrich Nietzsche. So plagten ihn zahlreiche Leiden wie starke Kurzsichtigkeit, Kopfschmerzen oder chronische Gastritis. Ein Grund für Nietzsche, sich Zeit seines Lebens mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen und sich gegen den statischen Begriff von Gesundheit zu stellen.

„Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.“
(Friedrich Nietzsche)

So war der Mensch für ihn das „nicht-festgestellte Tier“, das sich selbst erprobt und dabei seine Erkenntnisse und Ordnungen immer wieder den neuen Gegebenheiten anpasst und diese verändert.

Damit zeichnete sich Nietzsche als einer der Vorläufer des Salutogenese Konzepts ab.

Die Ebenen der Gesundheit nach Robert Dilts

Der Autor, Trainer und Berater Robert Dilts sieht den Begriff Gesundheit abhängig von der Art wie wir leben und den damit abhängigen unterschiedlichen Faktoren (individuell, psychologisch, sozial, physisch und ernährungsbedingt).

Tritt ein gesundheitliches Problem auf, können wir uns laut Dilts zwei unterschiedliche Fragen stellen. Zum einen, welche Faktoren wir beeinflussen können und zum anderen welche Faktoren die größten Veränderungen bringen.

Dilts teilt diese Faktoren in verschiedene neurologische Ebenen ein und zeigt damit einen anderen Blickwinkel auf. So ist es uns möglich, einiger dieser Faktoren stärker und andere überhaupt nicht zu beeinflussen.

Die verschiedenen Ebenen unterscheidet Dilts wie folgt:

Umwelt

Ein Faktor, der sich schwer von uns beeinflussen lässt, ist die Umwelt, in der wir leben.

Umweltfaktoren wie Luft, Wasser und deren Qualität lassen sich schwer von uns bestimmen. Das gleich trifft auf unser soziales Umfeld wie Arbeitskollegen und Familie zu.

Auch Nahrung, lange Transportwege, der Vitamingehalt bestimmter Lebensmittel, Pestizidbelastung oder Medikament entziehen sich unserem Einfluss.

Verhaltensebene

Unser Verhalten zeigt sich in dem, was wir tun. Dilts unterscheidet in seiner Verhaltensebene zwischen ungesunden (vermeidbaren) Verhaltensweisen und gesunden (etablierten) Verhaltensweisen.

Fähigkeiten

„Fähigkeiten sind sich wiederholende, mit einander in Einklang stehende Handlungen und Gewohnheiten.“

Als Beispiel kann hier das Rauchen genannt werden. Möglicherweise ist der Genuss einer Zigarette unschädlich, während eine Packung zu einer Schädigung der Lungen und des Herz-Kreislaufsystems führen kann.

Ein weiteres Beispiel ist das Thema Ernährung. Ein gelegentlicher Genuss von Fast Food, Pizza und Schokolade hat möglicherweise keinen weiteren Einfluss auf unser Wohlbefinden, während der dauerhafte Verzehr zu Übergewicht, Diabetes mellitus und anderen Krankheiten führen kann.

Vielleicht wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass es oftmals nicht gelingt, allein durch reine Willenskraft diese gewohnheitsmäßigen Denk- und Handlungsmuster zu durchbrechen. Oftmals kompensieren sie Dinge wie Einsamkeit oder Stress. Das macht es für uns schwierig, diese „schlechten Angewohnheiten“ durch gesundheitsfördernde Strategien zu ersetzen.

Überzeugungen und Werte

Unsere Überzeugungen und unsere Werte haben einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit.

„Überzeugungen sind die Prinzipien, die unser Handeln leiten. Sie bestimmen, wie wir uns selbst sehen, wir auf andere reagieren und welchen Sinn wir in den Erfahrungen sehen, die wir machen.“

Überzeugungen sind ein machtvolles Instrument. Ist z. B. jemand davon überzeugt, dass es für seine Krankheit eine Therapie oder ein Medikament gibt, wird er sich anders verhalten als jemand, der glaubt, dass seine Krankheit einfach so entstanden ist oder mit seinen Genen zusammenhängt.

Werte auf der anderen Seite sind das, was uns wichtig ist und was wir meist konsequent verfolgen. So haben Liebe und Gesundheit, um nur zwei zu nennen, eine starke Sogwirkung auf unser Verhalten und erklären, warum wir genau so und nicht anderes agieren.

Wir tun das, was uns aufgrund unserer Werte wichtig erscheint und vermeiden Dinge, die nicht mit unseren Werten übereinstimmen und uns somit negativ erscheinen.

Sicher kennen Sie das. Es ist schwer jemanden, rein argumentativ von etwas abzubringen oder umzustimmen, wenn Ihre Argumentation nicht dessen Überzeugungen und Werten entspricht.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Ist Ihnen dies schon mal gelungen?

Warum fallen uns Veränderungen so schwer?

Wir alle sind von Natur aus Gegner von Veränderungen. Warum sollen wir auch etwas ändern, wenn es läuft. Frei nach dem Motto: „Never change a runnig system“. Selbst wenn wir wissen, dass wir falschliegen, nehmen wir selten die Anstrengung, in Kauf etwas zu verändern. Der Grund dafür: Wir sind es so gewohnt.

Da unser Gehirn möglichst energiesparend arbeiten möchte, stellt es so viel wie möglich auf „Autopilot“ um. Erinnern Sie sich an Ihre erste Fahrstunde? Schalten, Schauen, Gas geben war damals ein sehr komplexer Prozess. Ein paar Jahre später ist es kein Problem mehr. Ihr Gehirn hat den Prozess verinnerlicht und als Gewohnheit abgespeichert. So kann es vorkommen das Sie beim Autofahren noch einmal mehr den Weg wahrnehmen

Sie können sich eine Gewohnheit, ob gut oder schlecht, wie einen bequemen Trampelpfad vorstellen. Er fühlt sich vertraut an und wir fühlen uns sicher, während eine Abweichung vom Weg mit viel Energie und Ängsten verbunden ist. Genau das möchte unser Gehirn vermeiden und genau darum fallen uns Veränderungen so schwer, auch wenn sie noch so vernünftig erscheinen.

Verhaltensänderung geschehen daher nur, wenn der Leidensdruck hoch genug ist.

Laut Experten verändern sich Menschen nur aus zwei Gründen. Diese sind auch unter dem Begriff Pain and Gain bekannt.

Was bedeutet Pain and Gain?

Das Wort Pain kommt aus dem Englischen und bedeutet Schmerz. Es steht für eine Flucht vor drohenden Konsequenzen, die ein weiteres Ausharren im jetzigen Zustand mit sich bringen würde.

Sie haben sich zum Beispiel vorgenommen, im neuen Jahr ihr Gewicht zu reduzieren. Auch wenn Sie am Anfang noch hoch motiviert sind, wird diese Motivation sehr wahrscheinlich irgendwann nicht mehr ausreichen, um das Verlangen nach (ungesundem) Essen zu unterdrücken, da unser Gehirn auf Belohnung konditioniert ist. Dadurch ist es so gut wie unmöglich, diesem Verlangen entkommen.

Veränderungen durch Visualisierung

Mehr Potenzial, sich in Zukunft gesund und ausgewogen zu ernähren, hätten deutliche gesundheitliche Vorteile. Übergewicht erhöht mit hoher Wahrscheinlichkeit das Risiko für Diabetes Mellitos und andere Krankheiten.

Pain muss aber nicht zwangsläufig etwas sein, was in der Zukunft liegt, sondern kann auch etwas Reales sein. Dies trifft vor allem dann zu, wenn Sie aktuell eine Form von Schmerz oder Unzufriedenheit verspüren.

Nehmen wir an, Sie arbeiten in einem Job, in dem Sie sich langweilen und in dem Ihnen die Anerkennung fehlt. Kurzum Sie fühlen sich in Ihrem Job unglücklich. In diesem Fall kann für Sie eine Kündigung wie eine Erlösung sein.

Veränderungen mit der Aussicht auf Gewinn

Das Gegenteil von Pain ist Gain (engl. Gewinn). Hier erfolgt eine Veränderung aufgrund eines Lockrufes nach Neuem, von dem Sie sich vielleicht unter anderem einen persönlichen Vorteil erhoffen.

Bleiben wir beim Beispiel Job. Angenommen, Sie haben sich vorgenommen, den Job zu wechseln. Dies tun Sie womöglich mit der Aussicht auf ein besseres Gehalt oder bessere Arbeitsbedingungen. Dieser Ausblick motiviert Sie dann dazu, sich auf den (häufig) unbequemen Weg einer Veränderung einzulassen.

Identität

Die Identität ist das Gefühl für sich selbst, die zentralen Überzeugungen und Werte, die Ihre Persönlichkeit ausmachen und nach denen Sie ihr Leben ausrichten.

Eine Veränderung aufgrund von Identität bezieht sich darauf, welche Identität Sie sich selber zuschreiben. So können Sie sich, wenn Sie krank sind, zum Beispiel die Identität eines Patienten zuschreiben.

Letztendlich sind Sie jedoch nur eine Person, die krank ist. Solange Sie sich selbst jedoch als Patient sehen, verhindert Sie möglicherweise damit Ihre eigene Genesung. Im Gegenzug dessen können Sie mit der Aussage: „Ich bin gesund“, einen entscheidenden positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen, da Sie sich in der Identität einer gesunden Person wahrnehmen.

Spiritualität

Hiermit sind die Verbindungen mit anderen gemeint und alles, was über die Identität hinausgeht. Dabei kommt es darauf an, was jeder Einzelne darunter versteht.

Zusammenhang zwischen neurologischen Ebenen und Gesundheit

Unsere Gesundheit wird maßgeblich durch die neurologischen Ebenen beeinflusst. Diese wirkt aber nicht als Einbahnstraße, da die einzelnen Ebenen ebenso durch die Gesundheit beeinflusst werden.

Welchen Einfluss können Sie auf die verschiedenen Ebenen nehmen?

Die Umweltebene

Um die Umweltebene zu beeinflussen, sollten Sie sich vorab die Fragen stellen, was in Ihrer Umgebung den Stress auslöst. Ist es zum Beispiel ein zu lautes Büro? Stress mit den Kollegen oder die Besprechung am Morgen?

Haben Sie die Frage beantwortet, können Sie nun überlegen, wie Sie am besten Einfluss darauf nehmen können. So können Sie die Besprechung auf eine andere Uhrzeit verlegen oder Ihren Arbeitsbeginn so legen, dass es im Büro noch ruhig ist.

Die Verhaltensebene

Zur Beeinflussung der Verhaltensebene sollten Sie an Ihrem Verhalten und Fähigkeiten arbeiten. Achten Sie auf gesunde Gewohnheiten und positive Gedanken. Dieses führt zu einer stabilen psychischen Widerstandskraft und somit zu einem großen Verhaltenspotenzial. Je flexibler und freier Sie reagieren können, umso weniger Stress werden Sie erfahren

Überzeugungen und Werte

Auf dieser Ebene sollten Sie versuchen sich Ihrer gesundheitsschädlichen Überzeugungen bewusst zu werden und diese durch gesundheitsfördernde Überzeugungen und Werte ersetzen.

Was Sie selber für eine stabile Gesundheit tun können

Für eine stabile Gesundheit sind alle Ebenen wichtig, da sie sich gegenseitig beeinflussen.

So reicht es zum Beispiel nicht aus, dass Sie in einer gesunden Umwelt leben, auf der anderen Seite jedoch keine Freunde zu haben oder der Überzeugung zu sind, krank zu sein.

Gesundheit ist abhängig von physischen, psychischen und bio-sozialen Faktoren, die sich gegenseitig überschneiden und steuern.

Unsere Überzeugung bestimmen unser Verhalten.

Ihr Verhalten bestimmt größtenteils Ihre Überzeugungen. Sicherlich kenne Sie den Spruch.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
(Charles Reade)

Daher ist es sicherlich klug, an Ihren Überzeugungen zu arbeiten, um das eigene Verhalten zu reflektieren und zu ändern. Eine Verhaltensänderung ist sehr kraftaufwendig und erfordert jede Menge Willenskraft nur um am Ende in den meisten Fällen doch wieder in das alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Sicherlich kennen Sie das von Ihren guten Vorsätzen am Beginn eines neuen Jahres.

Seien Sie geduldig mit sich. All diese Dinge brauchen Zeit. Laut Alltagsforschern dauert es rund 66 Tage, bis sich eine Veränderung etabliert und zur Routine wird.

Hilfreiche Tipps – auf welcher Ebene befindet sich das Gesundheitsproblem?

Vielleicht fehlen Ihnen auch noch einige Informationen zum Thema Umwelt? Dann sollten Sie sich alle Informationen, die Ihnen wichtig erscheinen, beschaffen.

Sie haben vielleicht schon alle Informationen, nur wissen Sie nicht genau, was Sie tun sollen.

Oder Sie wissen, was Sie tun wollen, aber nicht genau wie?

Dann fragen Sie sich, ob diese Dinge sinnvoll sind und mit Ihren Überzeugungen und Werten übereinstimmt.

Oder fragen Sie sich: Darf tatsächlich ich es tun?

Sie möchten noch mehr über zu diesem Thema Erfahren?

Dann habe ich zum Schluss noch eine Buchempfehlung für Sie: NLP und Gesundheit (unbezahlte Werbung, es handelt sich nicht um einen Affiliate Link)

Haben Sie noch Fragen zum Artikel? Gerne beantworte ich diese in den Kommentaren.

Wie sind Ihre Erfahrungen im Bereich Gesundheit? Ich freue mich auf eine Rückmeldung in den Kommentaren.

Bleiben Sie gesund!

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